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Typische Verhaltensweisen für das Huhn sind die Futtersuche, die Nestwahl und die Eiablage, das Sandbaden und die Gefiederpflege, das Fliegen und das Aufbaumen zum Ruhen. Wenn ein Huhn sich auf einer Sitzstange oder einem Ast zum Ruhen niederlässt, sorgt der Krallenmechanismus für einen festen Halt und verhindert, dass es in schlafendem Zustand hinunterfällt. Ausserdem halten sich Hühner in Herden an eine strikte Rangordnung, die mit der so genannten Hackordnung durchgesetzt wird. Diese Erkenntnisse sind wichtig für die artgerechte Haltung.

In freier Natur legt das Huhn vor allem im Frühling Eier. Dabei weiss das Huhn nicht, ob seine Eier befruchtet sind oder nicht. Ein Naturhuhn legt 8 bis 10 Eier und beginnt, auf den Eiern zu sitzen und diese während drei Wochen bei einer Temperatur von 37 °C auszubrüten. Mit dem Schnabel wendet es die Eier mehrmals am Tag, damit das wachsende Küken nicht an der Schale anklebt. Am 21. Tag erfährt das Huhn, ob seine Bemühungen von Erfolg gekrönt waren. Schlüpfen Küken, beginnt für die Henne deren Betreuung. Waren die Eier dagegen nicht befruchtet, überlässt das Huhn die inzwischen weitgehend faul gewordenen Eier Füchsen und Raubtieren.

Die heutigen Legehennen verhalten sich nicht grundsätzlich anders. Weil der Mensch die Eier als hochwertiges Nahrungsmittel schätzt, nimmt er sie dem Huhn weg, bevor es auf diesen sitzen kann. Das Huhn ist deswegen keineswegs erzürnt – im Gegenteil, es freut sich, ein neu gelegtes Ei jedes Mal mit lautem Gackern ankündigen zu dürfen.

Vereinzelt kann es unter dem Federvieh zu Untugenden kommen wie Federpicken, Kannibalismus, Eierfressen oder anderen Störungen. Entgegen weit verbreiteter Meinungen kommen diese Untugenden in sämtlichen Halteformen und in Herden aller Grössen vor – die Ursachen sind wahrscheinlich Revierkämpfe, wie sie in der Natur auch zu beobachten sind.