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10 vor 10 rehabilitiert das Ei

Sendung: 10vor10 vom 12.02.2009; Eierkopf

Gemeinhin werden besonders gescheite Menschen als Eierköpfe bezeichnet. Nun räumen Wissenschaftler der englischen Universität Surrey mit einem Vorurteil gegenüber dem Ei auf. Sie haben herausgefunden, dass Eier durchaus gesund und eben keine Cholesterinbomben sind.

Wie die Iren das Problem sehen…

Eierwerbung in Irland: Hier übernimmt die Irish Heart Foundation die Promotion des Nahrungsmittels Ei. Gesünder geht's nicht.

Das Cholesterin als Risikofaktor für Herz- und Kreislauferkrankungen hat das Ei in Verruf gebracht – zu Unrecht, wie wir heute wissen. Cholesterin ist nämlich eine lebenswichtige Substanz, die vom menschlichen Körper selbst hergestellt und bei Überschuss ausgeschieden wird. Beim gesunden Menschen besteht kein Zusammenhang zwischen dem Cholesteringehalt im Blut und dessen Ernährungsgewohnheiten. Der Cholesterinspiegel lässt sich auf Dauer weder durch Ernährung noch durch Medikamente senken, sondern kehrt stets an seinen genetisch programmierten Ausgangswert zurück. Das Cholesterin führt nicht zu Ablagerungen an den praktisch cholesterinfreien Gefässwänden. Die Aussage, das Cholesterin sei häufigste Ursache für Herz- und Kreislaufstörungen, ist nach Ansicht namhafter Wissenschafter und Herzmediziner eine «völlig aus der Luft gegriffene Fehlwertung». Im Gegenteil – die Cholesterinsenkung ist lebensgefährlich. Mit zunehmendem Alter steigt der Cholesterinspiegel. Der amerikanische Biochemiker und Nobelpreisträger Linus Pauling war bis ins hohe Alter ein überzeugter Befürworter eines grossen Eierkonsums.

Auch amerikanischen Studien kommen zum gleichen Befund: Es besteht kein Zusammenhang zwischen hohem Cholesterinspiegel und Herzinfarktrisiko; Menschen mit tiefen Cholesterinwerten erkranken und sterben doppelt so oft an Krebs wie jene mit angeblich zu hohen Werten, und auch das Hirnschlagrisiko ist bei tiefen Cholesterinwerten höher.

Forschung und Technik

Paolo C. Colombani, Ernährungswissenschafter und Dozent am Departement für Agrar- und Lebensmittelwissenschaften der ETH Zürich, entkräftet in seinem Artikel „Gesättigte Fette – besser als ihr Ruf“ den Mythos des angeblich schädlichen Cholesterins für den Menschen als ein Relikt überholter Forschung aus dem frühen 19. Jahrhundert.